Das IKI ist ein An-Institut der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

AKTUELLES

HappyNewEars XIII

Extra-Ausgabe

Wagner

 

Die Wesendonck-Lieder und Tristan und Isolde für zwei Klaviere

Mit Jale Papila (Alt), Christiane Behn (Klavier) und Cord Garben (Klavier)

 

23. April 2018, 20:00

Resonanzraum

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Neuerscheinung in der Schriftenreihe des IKI

Die Dissertation von Jenny Svensson, Die Kunst, Kultur (nicht nur) zu messen: Evaluation im Theater- und Kultubetrieb ist im LIT Verlag erschienen.

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HappyNewEars XII
Konzert zum Wahlabend

Musik, Lyrik, Hochrechnungen

24. September 2017, 19:00

Uebel & Gefährlich

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Kultur-Kommunikation
im Wettbewerb

Die Publikation zum Hamburger Preis für Kultur-Kommunikation Rudolf Stilcken ist im KMM-Verlag in Kooperation mit dem IKI erschienen.

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Kulturelle Innovationsforschung

 

Innovationsforschung fragt danach, wie Neuerungen zustande kommen, wie sie gefördert oder gehemmt werden. Im allgemeinen werden Innovationen, besonders Produktinnovationen, in der Gesellschaft positiv gesehen. Der Begriff wird von Politik und Medien in ökonomisch schwierigen Zeiten geradezu inflationär benutzt. Die Wirtschaftswissenschaften haben eine eigene Forschungsdisziplin, die Innovationsforschung entwickelt, die in zahlreichen Veröffentlichungen stetig weiterentwickelt wird.

 

Innovation im Kulturbereich unterscheidet sich in zwei wesentlichen Punkten von Innovationen in der Wirtschaft:

 

  1. Im Vergleich zum wirtschaftlich-technischen Milieu, in dem ein neues Produkt leichter beurteilt werden kann, weil es schneller, leiser, kleiner o.ä. ist und damit ein altes meist ersetzt, ist die Bestimmung und Beurteilung von Neuem in der Kunst wesentlich schwieriger und subjektiver. In den Künsten braucht das Neue oft viel länger um sein Publikum zu finden. Seit der Prägung des Begriffs "Avantgarde" geht man bei den Künstlern davon aus, dass sie "ihrer Zeit" voraus sind, sie das innovative Moment geradezu zwangsläufig in sich tragen müssen, um künstlerisch tätig sein zu können.
  2. Außerdem ist ein viel längeres Nebeneinander und Miteinander alter und neuer Kunstwerke möglich und notwendig. Daher wird im kulturellen Kontext, neben thematisch inhaltlichen Fragen, immer auch die Frage nach Neu und Alt gestellt: Schutz und Pflege des Musealen, etablierten, ehemals kreativen Kunstwerkes und/oder Schutz und Pflege des Neuen, des Experiments. Ziel des Instituts für kulturelle Innovationsforschung ist es, mehr Erkenntnisse über die Entstehung des Neuen zu gewinnen mit dem Ziel, auch in Zeiten finanzieller Knappheit dem Neuen Raum zu geben.

 

Eine junge Disziplin

Kulturelle Innovationsforschung ist in den Kulturwissenschaften ein neues Forschungsgebiet. Kulturen zeichnen sich generell dadurch aus, dass sie starke Traditionen ausbilden. In diesen Traditionen spiegelt sich die Wertestruktur einer Kultur wider. Die Wertschätzung von Innovation ist in der europäischen Tradition seit der Renaissance ein viel beachtetes Phänomen, das Fortschritt und Entwicklung beflügelte und dem Europäischen Kontinent zu Macht und Prestige verhalf. Das Ethos der permanenten Erneuerung ist hier mit dem Glauben an einen kontinuierlichen Fortschritt und dem unausweichlichen Weg in die Zukunft verknüpft. Dieser "Fortschrittsglaube" hat in jüngster Zeit Risse bekommen. Nicht nur in der Kunst, sondern auch in Wissenschaft und Technik. Innovation an sich und losgelöst von ihrem sozialen und ethischen Kontext kann zu negativen Entwicklungen führen. Kulturelle Innovationforschung muss deshalb Fragen der Nachhaltigkeit und der sozialen Verträglichkeit mit berücksichtigen.